Wer war’s: Mücke, Schnake, Stechfliege oder Bremse?

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„Zerstochen bin ich,“ schreibt unsere Tochter aus dem Zelturlaub, „doch von wem? Sind Mücke, Schnake und Stechfliege, je nach Region, verschiedene Namen für das gleiche Tier oder ist tatsächlich ein Unterschied? Und was sind eigentlich Bremsen? Kannst du mal im Blog darüber schreiben?“

Was dich da tatsächlich so gepiesakt hat, weiß ich leider nicht. Doch in Wikipedia habe ich folgende interessante Informationen für dich gefunden (Auszüge). Guggsdu 🙂 :

1. Mücken, genauer Stechmücken 

„Weltweit gibt es mehr als 3500 Stechmückenarten. In Europa kommen 104 Arten vor, von denen fast alle auch in Mitteleuropa zu finden sind.

Mit Hilfe spezialisierter Mundwerkzeuge, dem stechend-saugenden Rüssel, können weibliche Stechmücken die Haut ihrer Wirte durchstechen und Blut saugen. Die dabei aufgenommenen Proteine (Körpereiweiße) sind für die Produktion der Eier erforderlich.

Ansonsten ernähren sich weibliche Stechmücken, wie auch die Männchen, von Nektar und anderen zuckerhaltigen Pflanzen- oder Fruchtsäften. Bestimmte Stechmücken sind als Krankheitsüberträger von Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Malaria oder Denguefieber, bedeutend.“

Wir sagen hier umgangssprachlich (wie auch in anderen Regionen) zu diesen surrenden Plagegeistern „Schnaken“, was genau genommen zoologisch falsch ist.

2. Schnaken

Weltweit sind etwa 4000 Arten der Schnaken bekannt, davon etwa 140 in Deutschland. Sie stellen die größten Vertreter der Mücken dar und können eine maximale Größe von fast 40 Millimeter Körperlänge und über 50 Millimeter Flügelspannweite erreichen (Tipula maxima). Besonders gegen Abend bilden die Schnaken häufig kleine Schwärme, die wahrscheinlich der Partnerfindung dienen.

Schnaken ernähren sich von freiliegenden Säften wie Wasser und Nektar. Andere Nahrung können sie durch ihre Mundwerkzeuge nicht aufnehmen. Die verbreitete Annahme, dass Schnaken den Menschen „stechen“, ist dadurch widerlegt, dass die Mundwerkzeuge der Schnaken die menschliche Haut nicht durchdringen können.

3. Stechfliegen

„Der Wadenstecher, Wadenbeißer bzw. die Gemeine Stechfliege, Brennfliege oder Stallfliege (Stomoxys calcitrans) sieht der Stubenfliege recht ähnlich und ist weltweit verbreitet.

Die Fliegen werden sechs bis sieben Millimeter lang. Im Gegensatz zur Stubenfliege besitzen sie einen nach vorne gerichteten, zugespitzten Stechrüssel, der deutlich über den Kopf hinausragt. Sie sind hämatophag, saugen also Blut.

Im Gegensatz zu den Bremsen (Tabaniden) oder den meisten Mücken stechen bei der Gemeinen Stechfliege beide Geschlechter und saugen Blut bei Menschen und Haustieren. Der Saugvorgang dauert in der Regel etwa 8 bis 9 Minuten.

Der Wadenstecher ist ein Zwischenwirt für eine Reihe von Krankheitserregern, die durch den Stich übertragen werden können.“

4. Bremsen

„Bremsen (Tabanidae) gehören zu den blutsaugenden Insekten. Sie beißen Menschen und andere wechsel- und gleichwarme Tiere (Warmblüter). Besonders aktiv sind sie in Mitteleuropa zwischen April und August an schwülen Tagen.

Bei den meisten der etwa 4000 Arten saugt das Weibchen Blut, während das Männchen Blüten besucht und Nektar saugt.

Im Gegensatz zu Stechmücken ist der Stich von Bremsen deutlich schmerzhaft spürbar, da die Mundwerkzeuge wesentlich größer sind. Es tritt vermehrt Juckreiz an der Stichstelle auf. Wie bei Mückenstichen bildet sich dort für einige Stunden eine Quaddel. Bremsen werden speziell vom Schweiß angelockt und können auch durch Kleidung stechen. Wie viele blutsaugende Insekten spritzen sie vor dem Blutsaugen ein gerinnungshemmendes Sekret, welches bei der relativ großen Stichwunde ein Weiterbluten nach dem Saugen verursacht. Bremsen können bis zu 0,2 ml Blut saugen.“

Und wieder was gelernt.

Liebe Tochter, ich wünsche dir, dass die Stiche nur ganz wenig und bald gar nicht mehr jucken, und euch weiterhin einen wunderschönen, erholsamen Urlaub. Danke für die Frage und herzliche Grüße!

Bild von Fotolia: dog with pencil and eraser © javier brosch #40422304

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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