Sinn(e)volle Fastenzeit – Der Impuls zum 5. Fastensonntag: Immer der Nase nach

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Der menschliche Geruchssinn

1. Der Geruchssinn ist bei der Geburt vollständig ausgereift. Eine Eigenschaft des olfaktorischen Systems beim Menschen ist, dass es alle 60 Tage durch Apoptose erneuert wird. Dabei sterben die Riechzellen ab und werden durch Basalzellen erneuert.

Der Mensch hat im „Sensor Nase“ etwa 30 Millionen Riechzellen auf einer Fläche von 2 x 5 cm² (beim Hund 2 x 25 cm²). Diese Riechzellen verteilen sich auf 350 verschiedene Rezeptoren. Die Wahrnehmung der Sinnesreize des Geruchssinns erfolgt im limbischen System (Urhirn). Deshalb werden Gerüche emotional (z.B. Lust, Abscheu, Ekel) gewertet.

Ein Milligramm Vanille pro 1000 m³ Luft genügt, um einen Riecheindruck hervorzurufen.  Um den Geruch zu erkennen, muss die Konzentration etwa 50-fach höher sein.

Für die Erforschung der Riechrezeptoren und der Organisation des olfaktorischen Systems erhielten die [amerikanischen] Wissenschaftler Richard Axel und Linda B. Buck im Jahre 2004 den Nobelpreis für Medizin. (Wikipedia)

2. 8,8 Zentimeter – so lang ist die Nase von Mehmet Özyürek von der Nasenwurzel bis zur Nasenspitze. Der 61-jährige Türke hat damit das größte menschliche Riechorgan der Welt. Mit diesem Rekord hat es Özyürek, der in der türkischen Stadt Artvin lebt, sogar in das Guinness – Buch der Rekorde für das Jahr 2011 geschafft. (Die WELT)

Mein Geruchssinn

Ich habe eine ausgeprägt feine Nase, die ich schnell „voll“ habe von Gerüchen. Eine Herausforderung war früher zum Beispiel die morgendliche Fahrt zur Arbeit in der Münchner S – Bahn. Die vielfältige Mischung aus Duschgels, Rasierwässern, Haarsprays, Parfüms, Deodorants und weiteren wohlriechenden Produkten meiner Mitfahrer/innen brachten mich und besonders meine Nase immer wieder an den Rand der Erträglichkeit. Oft stellten sich Kopfschmerzen ein, die allerdings sofort nach dem Aussteigen verflogen.

In der Konsequenz verwende ich selbst kein Parfüm und nur Waschmittel ohne Duftstoffe. Einen schlechten Dienst erweisen sich Supermärkte, die einen Duftspender (Orangenduft beim Obst oder Duft von frischem Brot) einsetzen. Dies verleitet mich leider nicht zum (Mehr-)Kauf, sondern zur Flucht.

Die positive Seite: In der Familie bin ich dafür zuständig, Lebensmittel unabhängig vom Mindesthaltbarkeitsdatum auf „noch in Ordnung?“ zu beurteilen.

2. Es gibt unzählige Redensarten, die sich auf den Körper beziehen. Über 20 drehen sich dabei um die Nase, wie z.B. „Jemandem auf der Nase herumtanzen“.

Ihr Geruchssinn

Ich lade Sie auch dieses Mal wieder ein: Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und beantworten Sie sich folgende Fragen:

  1. Wissen Sie, wie lange Ihre Nase – von der Wurzel bis zur Spitze – ist?
  2. Sind Sie gut oder gar geübt darin, Gerüche wahrzunehmen und richtig zu benennen?
  3. Hatten Sie schon einmal einen „guten Riecher“ für etwas oder eine Situation?
  4. Fällt Ihnen spontan eine Person ein, die Sie nicht riechen können?
  5. Was ist Ihr Lieblingsduft? Welchen Geruch mögen Sie gar nicht?
  6. Welchen Duft verbinden Sie mit den Worten „Sommerurlaub“ und „Weihnachten“?
  7. Hatten Sie schon einmal so richtig die Nase (Schnauze) voll? Zeigte sich dies auch körperlich mit Schnupfen, Sinusitis oder Ähnlichem? Wie haben Sie darauf reagiert?
  8. Stecken Sie Ihre Nase gerne in ein Buch oder eine Zeitschrift?
  9. Womit oder wobei sind Sie anderen Menschen eine Nasenlänge voraus?

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche und, falls Sie auf der Nase liegen sollten, gute Besserung und baldige Genesung. Nächsten Sonntag lesen Sie einen Impuls zum Palmsonntag.

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Meine Empfehlung:

Auch heute beschäftigt sich meine liebe Kollegin Gabriele Panning mit den Bibeltexten zu diesem Fastensonntag und stellt die Verbindung zu unserem Leben her:

Ein neuer Geschmack von Leben – den richtigen Riecher haben

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  • Impuls zum 4. Fastensonntag: Fingerspitzengefühl
  • Impuls zum 3. Fastensonntag: Hören Sie mich?
  • Impuls zum 2. Fastensonntag: Einen Augenblick, bitte
  • Impuls zum 1. Fastensonntag: Hat es Ihnen geschmeckt?
  • Gedanken zur Fastenzeit

Bild von Fotolia: Logodesign © Microstockfish #49252472

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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