Sinn(e)volle Fastenzeit – Der Impuls zum 3. Fastensonntag: Hören Sie mich?

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Der Hörsinn allgemein

1. Lange bevor der Sehsinn und die anderen Sinne ihre Tätigkeit aufnehmen, entwickelt sich der Hörsinn. Bevor wir geboren werden, werden wir über ihn angesprochen; mit ihm hören wir andere, bevor wir sie sehen, riechen, berühren; mit ihm vernehmen wir Sprache, bevor wir sprechen und verstehen. Hören ist Voraussetzung für Verstehen und Sprechen.

Über das Angesprochensein bilden sich Gefühle der Geborgenheit und Zugehörigkeit. Der Hörsinn ist der soziale Sinn. Keine soziale Gemeinschaft entsteht, ohne daß ihre Mitglieder lernen, einander zuzuhören. Über die Wahrnehmung von Geräuschen, Lauten, Tönen und Wörtern wachsen wir in eine Kultur hinein. (Wulf, Christoph: Das mimetische Ohr, S. 2)

2. Die Hörfläche des menschlichen Ohrs reicht von etwa 16 Hertz bis maximal 20.000 Hertz im Alter von 2 bis 5 Jahren, wobei im Alter das Hörvermögen für hohe Frequenzen nachlässt. Unter anderem können Elefanten noch tiefere Frequenzen wahrnehmen, den so genannten Infraschall, während eine Reihe von Tieren, zum Beispiel Hunde, Delfine und Fledermäuse, noch wesentlich höhere Frequenzen, den Ultraschall, hören können.

Viele Lebewesen, wie auch der Mensch, können zwar vorhandene Schallquellen lokalisieren, die Orientierung im Raum erfolgt aber vor allem mit Hilfe des Gleichgewichtssinns und des Gesichtssinns. (Wikipedia: Ohr, daraus: Ohren im Allgemeinen)

Mein Hörsinn

1. Ich selbst höre, vielleicht auch im Ausgleich zu meiner Einschränkung beim Sehen, ausgezeichnet. Das kam uns schon des öfteren zugute, wie auch nach unserem Umzug.

Bis auf einige wenige stellten wir die knapp hundert Umzugskartons erst einmal in einen großen, leeren Raum. Am nächsten Morgen hörte ich ein zartes, kaum vernehmbares Kratzen, das ich erst nicht recht zuordnen konnte. Schließlich stellte ich fest, dass es aus eben jenem Raum kommen musste.

Eine kleine Maus hatte die Grifflöcher zum aus- und einklettern genutzt. In einem der Kartons war sie dabei, einen Schneeanzug zu zerbeißen und sich aus der Innenwatte ein kuscheliges Nest zu bauen. Hätte ich sie nicht so früh gehört, wären die Spuren sicher um einiges deutlicher ausgefallen. Ich habe sie in unseren Garten entlassen, wo sie bestimmt ein schönes, neues Zuhause gefunden hat. Zumindest haben wir im Haus nie wieder etwas von ihr gehört.

2. Vermutlich der frühere Werbespot für ein Spülmittel (erinnern Sie sich noch an Tilly?) hat Thomas Ohrner gestern früh zu dem Satz inspiriert: „Musik auf Bayern 1 – Sie baden gerade Ihre Ohren darin.“

Ihr Hörsinn

Wie gut, dass wir zum Ausruhen, Entspannen und Schlafen die Augen schließen und die Außenwelt ausblenden können. Bei den Ohren können wir das nicht. Wir sind unentwegt mit unserer Umwelt, ihren Geräuschen, Lauten und Tönen verbunden.

Als Ausgleich dazu lade ich Sie herzlich zu folgender kleiner Übung ein:

In die Stille hören

  • Ziehen Sie sich in einen ruhigen Raum zurück.
  • Stellen Sie Geräuschquellen wie Handy, PC und Fernseher ab oder auf lautlos.
  • Setzen Sie sich bequem hin, schließen Sie die Augen, atmen Sie ruhig ein und aus.
  • Nehmen Sie die Geräusche um sich herum wahr. Ganz nebenbei. Konzentrieren Sie sich nicht darauf. Lassen Sie sie einfach vorbeifließen.
  • Gönnen Sie Ihren Ohren und Ihrem Kopf diese Ruhepause von einer, vielleicht auch zwei oder fünf Minuten.
  • Schweigen Sie.
  • Genießen Sie.

Zeit für Ruhe, Zeit für Stille,                                                                                                                  Atem holen und nicht hetzen,                                                                                                                 unser Schweigen nicht verletzen.                                                                                                              Lasst uns in die Stille hören.                                                                                                                 (Liedtext eines Kanons)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Fastensonntag und eine angenehme Woche mit einer gehörigen Portion Stille. Im Impuls zum nächsten Fastensonntag wird es um das Tasten gehen.

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Meine Empfehlung:

Auch heute beschäftigt sich meine liebe Kollegin Gabriele Panning mit den Bibeltexten zu diesem Fastensonntag und stellt die Verbindung zu unserem Leben her:

Ein neuer Geschmack von Leben – Mach deine Ohren auf und höre

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  • Impuls zum 2. Fastensonntag: Einen Augenblick, bitte
  • Impuls zum 1. Fastensonntag: Hat es Ihnen geschmeckt?
  • Gedanken zur Fastenzeit

Bild von Fotolia: Logodesign © Microstockfish #49252472

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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