Meine 37 ultimativen Elterntipps für maximalen Schulstress

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Passend zum Schulanfang habe ich, exklusiv für Sie als Eltern eines oder gar mehrer Schulkinder, eine Auswahl der hilfreichsten Tipps zusammengestellt. Konsequent umgesetzt ermöglichen sie es Ihnen, den Schulstress auf ein ansehnliches Level zu heben.

Diesen praxisnahen Tipps liegt eine hart erkämpfte, unverzichtbare Prämisse zugrunde:

Machen Sie das Thema „Schule“ vom ersten Schultag an mit allen, wirklich allen Aspekten zu Ihrem ausschließlichen Lebensinhalt. Dann gelingt Ihnen die Umsetzung der folgenden Tipps aus sechs Bereichen garantiert.

A. Wecken

  1. Legen Sie sich 12 bis 15 CDs mit positive-vibrations-music und entspannenden Naturklängen zu. Hören Sie diese täglich eine Stunde lang, bevor Sie wecken gehen.
  2. Kaufen Sie sich bequeme, strapazierfähige Laufschuhe, damit Sie so oft als nötig in das Zimmer Ihres Nachwuchses sprinten können.
  3. Entschuldigen Sie sich untertänigst für die unangemessene Störung der Nachtruhe.
  4. Nehmen Sie die tierähnlichen Laute und unsachlichen Bemerkungen nicht persönlich. Er / sie ist doch noch ein Kind.
  5. Installieren Sie pro zehn Quadratmeter Wohnfläche eine funkgesteuerte Uhr mit stündlich sechs Zeitansagen in sieben Sprachen. Überprüfen Sie ständig, ob diese auch  stimmen.
  6. Verzichten Sie auf ein Kurzpraktikum bei der Bundeswehr, selbst wenn damit Ihre Ansagen zur Morgenstruktur noch präziser, klarer und deutlicher kommen würden.

B. Frühstück

  1. Bereiten Sie, täglich frisch, ein abwechslungsreiches, kalt – warmes Büffet aus biofairen Regionalprodukten zu, von dem sich Ihr Nachwuchs Frühstück und Pausenverpflegung selbstständig wählen kann.
  2. Servieren bzw. verpacken Sie die Auswahl liebevoll und ansprechend.
  3. Kunden Kinderwünsche für den nächsten Morgen sind Ihnen, völlig unabhängig vom Ton, selbstredend Befehl.
  4. Verzichten Sie demütig auf Tipps, Gespräche oder gar Diskussionen zu ausgewogener, nährstoffreicher, vollwertiger Sie wissen schon Ernährung. Ihr Kind darf in seiner Entwicklung und Selbstfindung bei diesem sensiblen Thema nicht gestört werden.
  5. Das Gleiche gilt für viele weitere Themen wie „Kleidung und Wetter“ oder analog „dekorative Kosmetik und Schule“.
  6. Drängen Sie Ihr Kind, nach dem Frühstück unbedingt Alles stehen und liegen zu lassen, weil es hier sonst wertvolle Energie verschwendet, die es später dringend braucht.
  7. Beantragen Sie eine weitere Biomülltonne.

C. Schultag

  1. Kaufen Sie ein Auto mit individuell anzupassenden Sitzen und bester Federung, damit Ihr Kind auf dem Schulweg entspannt seine Hausaufgaben machen kann.
  2. Verzichten Sie ganzjährig auf eigene Hobbies und Termine, um zu jeder Tag- und Nachtzeit für Ihr Kind zur Verfügung stehen zu können.
  3. Halten Sie sich stets in der Nähe Ihres Wagens auf, um ggf. sofort mit den Sportsachen, dem Atlas, der Kunsthausaufgabe oder – äußerster Notfall – dem Handy zu Ihrem Kind fahren zu können.
  4. Die gleiche Rufbereitschaft gilt für den Fall, dass Ihr Kind zehn Minuten eher aus hat und, unzumutbar, mit dem völlig überfüllten, virenverseuchten Bus / Zug voller – piep – fahren müsste.
  5. Schulen Sie Ihre hellseherischen und kommunikativen Fähigkeiten. So machen Sie keine Fehler und wissen, ob Ihr Kind nach dem Schultag etwas darüber erzählen möchte oder nicht. Dementsprechend zeigen Sie Mitfreude oder Mitärger und stellen vorsichtig Fragen. Oder auch nicht, genau.
  6. Zeigen Sie vollste Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und Rührung, wenn Ihnen Ihr Kind mitten in der Nacht erzählen will, wie lecker Annas Zuckerschnecken in der Pause geschmeckt haben, wie leicht die zu backen sind und dass Sie alle Zutaten im Haus haben.

D. Hausaufgaben

  1. Ermöglichen Sie Ihrem Kind unbedingt, eigene Prioritäten in Sachen Hausaufgaben zu entwicklen: also durchaus erst fernsehen, chillen, gamen, Musik hören, Video schauen, E-Mails checken, whatsappen, Comic lesen, chatten, abhängen etc. (vgl. B5).
  2. Nehmen Sie einen Kredit auf und lassen Sie Ihrem Kind exklusiven Privatunterricht zuteil werden für die vielen Fächer, in denen es am Vormittag unmöglich aufpassen und mitarbeiten konnte.
  3. Bitten Sie Ihr Kind täglich und inständig – wenn nötig, bis tief in die Nacht – es in HSU, Englisch, Latein, Physik, Erdkunde etc. abfragen zu dürfen, damit Sie den Anschluß nicht verlieren.
  4. Geizen Sie nicht mit Bestechungen Belohnungen und häufigen Geschenken aller Art und Größe, jemseits aller Verhältnismäßigkeit.
  5. Tauschen Sie sich für Ihre Weiterbildung detailliert mit anderen Eltern über alle Hausaufgaben, Prüfungen und Abfragen, sowie falsche und richtige Lösungen aus. Natürlich erst, wenn das Kind schläft.

E. Lehrergespräch

  1. Sorgen Sie schon zu Beginn des Schuljahres dafür, dass Ihr Name in der Schule Gewicht hat. Verweisen Sie regelmäßig auf Ihre guten Beziehungen zur hiesigen Anwaltskanzlei und dem Ministerialbeauftragten.
  2. Kaufen Sie sich einen Ritterhelm mit Sehschlitzen und nehmen Sie entschlossen den Kampf mit allen Lehrerinnen und Lehrern einschließlich des Rektorats auf.
  3. Verschwenden Sie keine Zeit mit gutem Benehmen, Respekt, Wohlwollen oder Vertrauen. Dies hält nur unnötig auf und wird heutzutage völlig überbewertet.
  4. Bereiten Sie sich intensiv auf das Gefecht Gespräch vor und sammeln Sie so viele Gerüchte, Vorwürfe, Anschuldigungen und unsachliche Bemerkungen als möglich. Erfinden Sie ggf. welche.
  5. Fordern Sie stichhaltige Belege und Beweise – Schulnoten sind definitiv keine – und fuchteln Sie dabei eindrucksvoll mit Ihrer Lanze.
  6. Ziehen Sie als Trumpf Ihre cPdS (chronische Phantasiedefizitstörung) aus dem Ärmel und wiederholen Sie den Satz: „Mein Sohn? Das kann ich mir nicht vorstellen.“ ständig, natürlich ungeachtet des Themas.
  7. Scheuen Sie sich nicht, notfalls bis zum Äußersten zu gehen: „Wovon reden Sie? Ich habe keine Tochter und bin hier nur zufällig vorbeigekommen.“

F. Prüfungen

  1. Bitten Sie in Ihrem Umfeld um Verständnis für Gefühlsausbrüche aller Art: „Entschuldige, ich bin total am Ende. Wir schreiben heute Mathe.“
  2. Kopieren Sie alle Arbeitsblätter, Buchseiten, Einträge im Hausaufgabenheft, Tafelabschriften, Overheadfolien, Proben, Schulaufgaben, landesweiten Tests etc. sowie Lehrpläne und heften Sie diese akribisch ab. Nur so können Sie vorenthaltene halbe und ganze Punkte nachweisen und konsequent einfordern.
  3. Vereinbaren Sie nach jeder Benotung Ihres Kindes einen Termin mit der jeweiligen Lehrkraft und lassen Sie bei diesem heimlich eine Aufzeichnung mitlaufen. An Helm, Lanze, die dicken Ordner und evtl. einen oder zwei Zeugen denken.
  4. Setzen Sie gerichtlich durch, dass Sie bei wichtigen Prüfungen neben Ihrem Kind oder zumindest in Sicht- und Hörweite sitzen dürfen.
  5. Reduzieren Sie Ihr Kind konsequent auf seine Leistungen in den Vorrückungsfächern. Nur so bereiten Sie es optimal auf den späteren, unerträglichen Leistungsdruck im Arbeits- und Berufsleben vor.
  6. Machen Sie ungeachtet dessen aus jeder der ca. 8000 Noten pro Schuljahr ein Fest für alle Sinne mit Papphütchen, Vuvuzelas, Technodance, Konfetti und selbstgebackenen Dinkeldonuts Zuckerschnecken.

So, und nur so, wird dieses Schuljahr ein überdurchschnittlich erfolgreiches für alle Beteiligten 😉 .

Bild von Fotolia: cartoon bang © tribalium81 #40935404

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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