Mein Adventskalender 2015: I wie Ich

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Anfang der 1970er Jahre, fünfte Klasse, erste Englischstunde. „Wer ist denn der wichtigste Mensch in euerem Leben?“ fragte uns der Lehrer. Anders, als es heute vermutlich wäre, kamen wir erst nach unzähligen Antworten wie Mama, Papa, Schwester, Bruder, Oma usw. auf die naheliegendste: Ich.

Diese Szene fiel mir ein, als ich das heutige I vorbereitete. Von ihr aus war es dann nicht mehr weit zu der Rede von Charlie Chaplin (1889-1977), die er anlässlich seines 70. Geburtstages am 16.04.1959 hielt und die ich sehr mag:

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnung für mich sind, nicht gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich, das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,                                                                           habe ich verstanden, wie sehr es Jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif noch der Mensch dazu bereit war, auch wenn ich selbst dieser Mensch war.                                                                                                     Heute weiß ich, das nennt man SELBSTACHTUNG.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass Alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass Alles, was geschieht, richtig ist.                                                     Von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich, das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von Allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von Allem, was mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das „gesunden Egoismus“.
Aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen. So habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt, das nennt man DEMUT / EINFACH SEIN.*

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur mehr in diesem Augenblick, wo Alles stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT / VOLLKOMMENHEIT.*

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und Anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: Das ist DAS LEBEN.

*Ich nenne beide Versionen, die ich im Netz gefunden habe.

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Notiz: In meinem persönlichen Adventskalender 2015 orientiere ich mich am Alphabet und „öffne“ jeden Tag einen Begriff, der mir auf- oder eingefallen ist oder der mich den Tag über begleitet hat.

Ich freue mich, wenn Sie mit dabei sind und sich ein wenig inspirieren lassen. Apropos: Unterschreiben Sie ein I love me? Zumindest teilweise? Oder haben Sie einen ganz anderen Begriff zum heutigen I?

Bilder von Fotolia: #79973836 | © arbuzu | Letter I with heart und #75876112 | © christianchan | I love me

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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