Mein Adventskalender 2015: F wie Feuer und Flamme – Zweiter Adventssonntag

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Passend zum heutigen Thema „Feuer und Flamme“ fallen mir spontan vier Fragen ein:

  1. Gibt es in meinem Leben etwas, für das ich Feuer und Flamme bin, für das ich „brenne“?
  2. Gibt es etwas, das mich „ver-brennt“?
  3. Gibt oder gab es Zeiten, in denen ich „ausgebrannt“ bin oder war?
  4. Kann ich mit der folgenden Geschichte etwas anfangen? Wie passt sie zum Thema? Was sagt sie mir?

Die kleine Kerze, die nicht brennen wollte

Nein, das hatte es noch nicht gegeben. Eine Kerze, die nicht brennen wollte, war absolut einmalig. Es herrschte große Aufregung unter den honigfarbenen Kerzen im Wohnzimmer, zumal bald Weihnachten gefeiert werden sollte und die Kerzen mit ihrem festlichen Glanz die Dunkelheit verwandeln wollten.

Eine alte, erfahrene Kerze bot sich an, mit der kleinen Kerze zu reden. „Nein, ich möchte nicht brennen.“ antwortete diese störrisch. „Wer brennt, verbrennt recht bald, und dann ist es um ihn geschehen. Ich möchte bleiben, wie ich bin, so schlank, so schön und so elegant.“

„Wenn du nicht brennst, bist du tot, noch bevor du gelebt hast.“ antwortete die
Alte gelassen. „Dann bleibst du auf ewig Wachs und Docht, und Wachs und Docht
sind nichts. Nur wenn du dich entzünden lässt, wirst du, was du wirklich bist.“

„Na, da danke ich schön.“ entgegnete die Kleine ängstlich. „Ich möchte mich nicht verlieren, ich möchte lieber bleiben, was ich jetzt bin. Gut, es ist etwas langweilig und manchmal etwas dunkel und kalt, aber es tut noch lange nicht so weh wie die verzehrende, flackernde Flamme.“

„Man kann es eigentlich nicht mit Worten erklären, man muss es erfahren.“ antwortete die Alte rätselhaft. „Nur wer sich hergibt, verwandelt die Welt, und indem er die Welt verwandelt, wird er auch immer mehr er selbst. Aber es braucht Mut, etwas zu wagen, die Bequemlichkeit aufzugeben und das Risiko einzugehen, sich selbst zu verlieren. Du darfst also nicht über das Dunkel und die Kälte klagen, wenn du nicht bereit bist, dich anstecken zu lassen.“

Da ging der kleinen Kerze plötzlich ein Licht auf: „Du meinst, man ist das, was man von sich herschenkt?“

„Ja.“ antwortete die Alte. „Man bleibt dabei nicht so schlank, so schön und so elegant. Man wird gebraucht und gerät auch etwas aus der Form. Aber man ist mächtiger als jede Nacht und alle Finsternis der Welt.“

So geschah es, dass die kleine Kerze ihren Widerstand aufgab und sich entzünden ließ. Je mehr sie flackerte, umso mehr verwandelte sie sich in reines Licht. Sie leuchtete und strahlte, als gelte es, die ganze Welt zu wärmen und alle Finsternis für immer zu vertreiben, und wurde immer glücklicher.

Wachs und Docht verzehrten sich zwar, doch das Licht der kleinen Kerze leuchtet bis auf den heutigen Tag in den Augen und Herzen all der Menschen, für die sie brannte.

(Text nach Ulrich Peters)

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Ich wünsche Ihnen von Herzen einen wundervollen, zweiten Adventssonntag und weiterhin eine lichtvolle Adventszeit. Wenn Sie Lust und Zeit haben, schreiben Sie mir gern Ihre Gedanken zum heutigen „Türchen“.

Notiz: In meinem persönlichen Adventskalender 2015 orientiere ich mich am Alphabet und „öffne“ jeden Tag einen Begriff, der mir auf- oder eingefallen ist oder der mich den Tag über begleitet hat. Ich freue mich, wenn Sie mit dabei sind und sich ein wenig inspirieren lassen. Apropos: Welcher ist denn Ihr heutiger Begriff mit „F“?

Bild von Fotolia: #57775837 | © S.H.exclusiv | Weihnachtsapfel mit Stern und Puderzucker

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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