Impuls zum 4. Fastensonntag 2014: Stein-reich

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Stockend beginnst du zu reden, von deinem „großen Problem“, das massive Auswirkungen auf alle Lebensbereiche hatte, von deinen Erfahrungen, von deinem Weg aus der Krise. Du sprichst mit warmer Stimme von deiner Frau, die dich zuverlässig und treu bis hierhin begleitet und unterstützt hat. Aufgerichtet und mit wachem Blick erzählst du schließlich, wie froh du bist, „es angepackt“ zu haben. Ich sehe und höre mit großer Freude, wie gut es dir inzwischen wieder geht.

„Wenn ich mich so reden höre, fällt mir wirklich ein Stein vom Herzen“ schließt du deinen Erfahrungsbericht. „Ein schönes Bild.“ knüpfe ich an. „Es gibt viele weitere Redensarten zum Thema „Steine“ wie: Steine aus dem Weg räumen, bei Jemandem einen Stein im Brett haben, der Stein des Anstoßes, etwas liegt mir wie ein Stein im Magen, Jemand ist steinreich.

Vom kantigen, grauen Steinbrocken …

Ich stelle mir vor, dass mich ein Problem wie ein schwerer, grauer, kantiger Steinbrocken aufreibt, kratzt, drückt oder belastet. Das will ich nicht (mehr). Also entschließe ich mich, an dem Stein zu arbeiten. Ich behaue ihn, breche und schleife die Kanten und poliere ihn. So bekommt er nach und nach eine abgerundete Form und eine glatte, schimmernde Oberfläche. Immer mehr kommt seine wirkliche Schönheit zum Vorschein.

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… zum Halbedelstein

Auf ein Problem übertragen heißt das für mich:

Das Problem ist zwar noch da, wenn ich daran arbeite, ich kann es nicht „wegzaubern“. Doch ich kann es verwandeln. Unter Umständen ist dafür viel Mut, Kraft, Zeit und Arbeit not-wendig. Doch dann hat mein Problem eine Form, mit der ich gut leben und umgehen, die ich gut tragen kann. Jetzt erkenne ich auch deutlich, was das Problem „Schönes“, Positives mit sich bringt und was ich daraus lernen kann. Es hat sich gewandelt in einen wertvollen (Erfahrungs-)Schatz.“

Ich gehe zum Regal und hole ein großes Glas mit Halbedelsteinen heraus. Sie haben die verschiedensten Größen, Formen und Farben. „Das sind aber viele bearbeitete und gelöste Probleme. Kann ich da mal ein paar auf Vorrat haben?“ lachst du.

Du entscheidest

„Ein paar nicht,“ gebe ich fröhlich zurück. „Doch einen, den einen, möchte ich dir gerne schenken.“

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Ich schütte die Schmucksteine vorsichtig auf den Tisch. „Suche dir einen Stein aus, der dich anspricht, der für dich passt. Nimm ihn als Zeichen für dein Problem, von dem du mir gerade erzählt und das du gelöst hast. Er möge dich immer wieder erinnern, wie viel du geschafft hast und welch wertvollen Schatz du aus deinem Problem gemacht hast. Und er sei dir Kraftquelle für den Umgang mit weiteren Stolpersteinen, die dir auf deinem Weg begegnen werden.“

Du zögerst nicht lange und nimmst dir einen hübsch gemaserten Stein, ein „Tigerauge“. „Der hat mich angelacht und der Name passt perfekt. Er wird ab heute in meiner Jackentasche immer mir dabei sein. Vielen Dank!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Allen einen wertvollen Fastensonntag und eine „reiche“ Fastenwoche. Alles Gute bis zum nächsten, dem letzten Impuls in der Fastenzeit.

P.S.: Das Gespräch ist frei erfunden und kein Ausschnitt aus einem Coaching – Prozess.

  • Bilder von Fotolia:
  • Romantic number of beautiful flowers 4 © Aloksa #53730777
  • Halbedelsteine Stones © DeVIce #33868371
  • Tigerauge © Digipic #23244309

Der Impuls zum 3. Fastensonntag: Eine Decke für viele Zwecke

Der Impuls zum 2. Fastensonntag 2014: Aufhören und zuhören

Der Impuls zum 1. Fastensonntag 2014: Mit dem Kaleidoskop von schwarz zu bunt

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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