Impuls zum 2. Fastensonntag 2014: Aufhören und zuhören

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„Das darf doch wohl nicht wahr sein! Immer baust du solchen Mist!“, „Geht´s noch? Wie kann man nur so blöd sein!“, „Ich fasse es nicht. Bei dir ist ja wohl alles zu spät!“, „Natürlich passiert das ausgerechnet dir. Wem auch sonst?“

Du sitzt mir gegenüber und erzählst mir aufgebracht von deinem Mißgeschick. Etwas, das Jedem passieren kann oder schon passiert ist. Nichts Weltbewegendes, eine Lappalie, Niemand kam zu Schaden.

Die Schimpftirade, aus der die obigen Sätze sind, fällt ungewöhnlich hart aus und steht in keinem Verhältnis zum Anlass. Das Interessante daran: nicht eine andere Person hat so auf deinen kleinen Fehler reagiert, sondern: du selbst. Du selbst beschimpfst dich gnadenlos, maßlos, unbarmherzig.

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Mein Geschenk: ein Hörrohr

„Hörst du eigentlich, wie du selbst mit dir sprichst?“ frage ich dich. Du schaust mich verwundert an. Daraufhin hole ich ein altmodisches Gerät aus der Schublade. „Hier habe ich ein kleines Geschenk für dich, das hilft, deutlicher hören zu können. Es verstärkt die Schallwellen, die an dein Ohr kommen. Vielleicht magst du es einmal ausprobieren. Ich wünsche dir, dass du damit einmal genau hörst, was du über dich sagst und in welchem Ton du mit dir sprichst.“

Dein Versuch in der Fastenzeit: Auf – hören und zu – hören

Einige Tage später erzählst du mir am Telefon: „Du hast recht. Ich habe das Hörrohr ausprobiert und danach festgestellt:

  • Niemand Anderen würde ich so massiv beschimpfen wie mich selbst.
  • Für Jeden Anderen habe ich weit mehr Verständnis als für mich selbst.
  • Jedem Anderen verzeihe ich einen Fehler, nur mir selbst nicht.

In den kommenden Wochen werde ich versuchen, damit aufzuhören und mir selbst so oft als möglich eine echte  Freundin zu sein. Das Hörrohr hilft mir sehr gut dabei. Damit höre ich ganz genau, wie freundlich, nachsichtig, liebevoll, wertschätzend und wohlwollend meine innere Freundin mit mir, wie ich selbst mit mir spreche. Danke dafür.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Allen einen angenehmen Fastensonntag und einen guten Start in die neue Fastenwoche. Vielleicht haben auch Sie Muße und Gelegenheit, auf sich zu hören und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen. Ich wünsche es Ihnen.

P.S.: Das Gespräch ist frei erfunden und kein Ausschnitt aus einem Coaching – Prozess.

  • Bilder von Fotolia:
  • Old hearing aids © pixelfabrik #32239274
  • Romantic numer of beautifel flowers 2© Aloksa #53730771

Der Impuls zum 1. Fastensonntag: Mit dem Kaleidoskop von schwarz zu bunt

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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