Einsatz von Legematerial im Coaching

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Vielleicht haben Sie es schon einmal gesehen oder sogar selbst damit gearbeitet: Legematerial. Dessen Verwendung geht auf den deutschen Religionspädagogen Franz Kett (*1933) zurück, der in den 1970er Jahren eine neue Konzeption zur vorschulischen Glaubenserziehung entwickelt hat und dabei Bodenbilder verwendete.

Ich selbst habe diese Methode vor über zwanzig Jahren kennen- und schätzen gelernt. Inzwischen setze ich die Arbeit mit Legematerial gerne und erfolgreich in meinen Coachings ein.

Der Einsatz von Legematerial im Coaching ermöglicht unter anderem:

  • etwas Neues auszuprobieren
  • auf ungewohnte Art an eine Fragestellung heranzugehen (was besonders sehr geschulten und methodisch versierten Menschen hilft)
  • die eigene Kreativität (wieder) zu entdecken
  • Klarheit in die Gedanken zu bringen
  • sich, im wörtlichen und übertragenen Sinn, ein Bild zu machen (z.B. von einer Situation, dem bisherigen Lebensweg, einer Vision etc.)
  • sich in einer anderen „Sprache“ als verbal auszudrücken
  • aus der Vernunft und dem Kopf in die Emotion zu kommen
  • Komplexe Zusammenhänge darzustellen, z.B. zwischen Personen, Orten, Abfolgen oder Ereignissen
  • Verhältnisse darzustellen durch Größe und Farbe des gewählten Materials
  • konkret (Blume als Blume) und symbolisch (goldene Kugel für einen Erfolg) zu arbeiten
  • dreidimensionale Bilder zu bauen (Problem als Berg, Lebensweg als Fluß, etc.)
  • Zusammenhänge über das Legen zu be-greifen
  • anhand des Bildes einen Leitfaden im Gespräch zu haben
  • spielerisch mit dem Bild zu arbeiten, es z.B. zu verändern („was wäre wenn“)

Je nach Situation gebe ich ein Thema oder eine Aufgabe für das Bild vor oder ich lasse dem/der Coachee freie Hand. Während der/die Coachee das Bild legt (20 – 30 Minuten), gehe ich aus dem Raum, um ein ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen.

Wichtig ist nach meiner Erfahrung der Hinweis, dass es nicht auf das „perfekte Bild“ ankommt, das danach eine „Note“ erhält. Vielmehr geht es um eine Momentaufnahme, die eine Woche später vielleicht schon wieder ganz anders aussehen würde. Auch gibt es die Möglichkeit, ein begonnenes Bild zu verwerfen und noch einmal neu zu beginnen.

Bisher kamen die Coachees – Kinder, Frauen, Männer und auch stark „verkopfte“ Menschen – sehr gut mit dem Legen zurecht. Alle entwickelten, selbst nach anfänglichem Zögern, viel Kreativität und Freude dabei.

Im anschließenden Gespräch gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit dem Bild zu arbeiten (z.B. Adlerperspektive oder Lupe auf ein Detail, verändern des Bildes). Immer steht jedoch am Anfang das Erzählen des/der Gestaltenden, zu dem ich entsprechende Fragen stelle.

Das Bild bleibt bis zum Ende des Coachingtermins liegen und wird abschließend im Foto festgehalten. Das Material wird danach nicht vom/von der Coachee oder uns Beiden aufgeräumt, sondern von mir allein. So bleibt das Bild als Ganzes im Gedächtnis und kann den/die Coachee noch weiter gedanklich begleiten.

Ich liebe die Arbeit mit dem Legematerial und habe inzwischen schon eine große Sammlung an Tüchern in allen Farben, Seilen und Schnüren, Holzteilen in vielen Größen, Formen und Farben, Muggelsteinen und vielem mehr. Ich verwende es so oft als möglich, z.B. auch in der Arbeit mit Gruppen. Mein heutiger Einkaufstipp der besonderen Art verrät Ihnen meine Bezugsquelle des Legematerials. Es ist der RPA – Verlag in Landshut, in dessen Onlineshop ich immer wieder begeistert einkaufe.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Arbeit mit dem Legematerial genau Ihre Methode im Coaching wäre, oder wenn Sie gerne wissen möchten, wie auch Sie das Legematerial in Ihrer Arbeit bereichernd und zielführend nutzen können, melden Sie sich gerne bei mir. Entweder per Telefon unter 09191 – 621 905 oder (zur Zeit am besten) per Email unter christine@kiunke-coaching.de.

Bild eigene Aufnahme: Ausschnitt des Bodenbildes „Frühling“ von Tochter4

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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