Der 7. Coaching – Tipp am Donnerstag: Gut zu wissen, was sich „gehört“

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Es war einmal eine Frau, die hängte an einem strahlenden Sonntag im Garten Wäsche auf. Die Wärme der Sonnenstrahlen und der sachte Wind versprachen ein schnelles Trocknen derselben. Die Frau liebte das Bild der fröhlich bunten, flatternden Kleidungsstücke und deren sommerfrischen Duft, der sie alles am späten Nachmittag beschwingt abnehmen und aufräumen ließ.

Freilich hatte sich die Frau schon vor langer Zeit gebührend Gedanken darüber gemacht, ob es sich „gehöre“, am Sonntag, für alle sichtbar, Wäsche aufzuhängen. Würde das zeigen, dass sie ihren Haushalt nicht im Griff hatte und deshalb ausgerechnet am Sonntag waschen musste? Oder wäre es den Leuten geradewegs egal, wann, wie und wieviel sie wäscht und wo sie aufhängt?

An diesem Sonntag, der also seinem Namen alle Ehre machte, blieb mitten in ihr eifriges Arbeiten hinein ein älteres Ehepaar am Zaun stehen und blickte prüfend auf die fünf inzwischen fast voll behängten Leinen. „Schön haben Sie´s hier, so ruhig“ begann die Frau, passend für den Sonntagsausflug zurecht gemacht, ein Gespräch. „Ja, stimmt!“ antwortete die Wäschefrau, und hängte mit liebevollem Blick das leuchtend pinkfarbene Shirt ihrer kleinen Tochter auf, das diese so liebte.

Nach einer kleinen Pause fuhr der Mann fort: „Müssn Sie denn grad am Sonndag Wäsch aufhänga? Des g´hört sich fei ned.“ Die Sonntagsspaziergangsfrau nickte ihrem Gatten bestätigend zu und echote: “ Genau, des g´hört sich doch ned.“

Vielleicht hatten sie eine reumütige Erklärung, ja Entschuldigung der Wäschefrau erwartet. So etwas wie: „Ja Sie, da ham Sie ja so Recht. Aber mei Waschmaschien war ganz lang kaputt / mei Tochter ist von Australien zrück und hat nix zum Anziehn / mei Mann sperrt mich die ganze Woch ein, ich darf nur am Sonntag raus“ oder so ähnlich.

Doch die Sonntagswäschefrau blieb unbeeindruckt und antwortete fröhlich lachend: „Des weiß ja die Wäsch ned, dass heut Sonntag is.“ Mit diesen Worten hob sie wohl gelaunt ihren leeren Wäschekorb auf, ließ das verdutzte Ehepaar in der Sonntagsnachmittagssonne stehen und ging zurück ins Haus.

Mein Coaching – Tipp an Sie im Hinblick auf diese (wahre) Geschichte ist heute eine Bitte:

Bitte beantworten Sie jetzt oder bei nächster Gelegenheit folgende Fragen. Nehmen Sie sich Zeit und seien Sie gerne ehrlich zu sich selbst:

  1. Wie gefällt Ihnen diese Geschichte?
  2. Was hätten Sie an Stelle der Wäschefrau „in echt“ oder als Wunsch getan oder geantwortet?
  3. Kennen Sie eine solche oder ähnliche Situation? Wenn ja, welche?
  4. Hat Sie schon einmal Jemand konkret oder in Ihren Gedanken auf Ihr „ungehöriges“ Tun angesprochen, Sie deswegen getadelt oder dafür verurteilt?
  5. Können Sie sich vorstellen, in einer solchen Situation beim nächsten Mal anders zu reagieren? Wenn ja, wie?
  6. Haben Sie Lust und Mut, es auszuprobieren?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine märchenhafte Woche mit einigen Aha-Erlebnissen und alles Gute, bis zum nächsten Coaching – Tipp.

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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