Der 34. Coaching – Tipp am Donnerstag: Das optimale Gespräch

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„Das war kein Gespräch, das war Mist. Ich habe ihm erst noch von dem Projekt erzählt, wurde aber dann immer ruhiger. Er hat alles analysiert und sich schließlich total über meinen Chef aufgeregt.“ –  „Ich wollte ihr doch nur aus dem Problem helfen und habe ihr ein paar Tipps gegeben. Jetzt ist sie sauer.“ Kennen Sie solche oder ähnliche Sätze? Selbst ausgesprochen oder von Anderen gehört?

Nicht immer gelingt ein Gespräch, gelingt Kommunikation reibungslos. In meinem heutigen Coaching – Tipp greife ich einen Aspekt heraus, der der Grund für eine „Schieflage“ im Gespräch sein kann. Es geht um die Intention eines Gespräches.

Nehmen wir an, es ist in der Arbeit etwas vorgefallen, das Sie sehr beschäftigt. Sie erzählen Jemandem davon und möchten z.B.:

  • das Erlebte (nur) erzählen und loswerden
  • das Erlebte erzählen und getröstet / aufgemuntert / aufgebaut werden
  • das Erlebte besprechen und eine Lösung finden

Für jeden der drei Fälle braucht es eine andere Haltung des Gegenübers, z.B. als:

  • Zuhörer/in
  • Seelsorger/in
  • Problemlöser/in

Sie sehen, wieviele Möglichkeiten es allein schon in diesen drei Fällen gibt, aneinander vorbeizureden: Sie möchten nur erzählen – ihr Gegenüber sucht und findet Lösungen. Sie wollen etwas besprechen und eine Lösung finden – ihr Gegenüber (ver)tröstet Sie, und so weiter. Was bedeutet das nun im Umgang miteinander?

  1. Fragen Sie zu Beginn eines Gesprächs, wenn die Intention nicht klar sein sollte, was Ihr Gegenüber gern von Ihnen hätte: „Soll ich dir nur zuhören oder meinen Kommentar dazu abgeben? Möchtest du meine Einschätzung hören? Ich hätte da einen Tipp für dich; soll ich ihn dir sagen / magst du ihn hören? Brauchst du mich als Euphoriker, Bedenkenträger oder konstruktiven Kritiker?“ etc.
  2. Machen Sie zunächst sich und dann Ihrem Gegenüber klar, was Sie von ihm oder ihr brauchen oder erwarten. „Ich habe mir etwas überlegt, das ich dir gerne vorstellen möchte; hör mir einfach mal zu; danach wünsche ich mir Fragen von dir, die mir weiterhelfen.“ Oder: „Ich möchte gerne etwas mit dir besprechen und brauche deinen Rat.“ oder „Hast du mal fünf Minuten. Ich brauche Jemanden, bei dem ich mich ausk… kann.“ etc.
  3. Vergewissern Sie sich, dass die Rahmenbedingungen für Ihr Wunschgespräch passen, dass z.B. genug Zeit ist, und Sie und Ihr Gegenüber in geeigneter Verfassung sind (Müdigkeit, Streß, Aufregung, Hunger …). Verschieben Sie ggf. ein Gespräch auf einen zeitnahen, günstigeren Zeitpunkt, an dem Sie Beide gut das Gespräch führen können („Das ist mir jetzt zu viel, ich bin total k.o.. Lass uns morgen Abend darüber reden, okay?“)
  4. Machen Sie sich zusätzliche Gedanken, wenn Gespräche mit einer bestimmten Person immer wieder schief laufen oder permanent aufgeschoben werden.

Ich wünsche Ihnen eine Woche voll erfüllender, klar definierter Gespräche und alles Gute, bis zum nächsten Coaching – Tipp am Donnerstag.

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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