Der 28. Coaching – Tipp am Donnerstag: Die Ungeduld ist schuld

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Vor vielen Jahren war ich auf einem Seminar für Zielarbeit, das mich sehr bereichert hat. Besonders von einer Erkenntnis zehre ich heute noch.

Um ein Ziel zu erreichen ist es wichtig zu überprüfen, ob es wirklich zur eigenen Persönlichkeit passt. Dafür machten wir u.a. eine Analyse unserer Stärken und Schwächen. Bei letzteren stand bei mir an oberster Stelle eine Eigenschaft: Ungeduld.

Seit ich denken kann, wurde in meinem privaten und beruflichen Umfeld meine Ungeduld besprochen, kritisiert oder belächelt. Sie traf manchmal Menschen um mich herum direkt und ich habe z.B. Jemanden ungerecht behandelt. Am ungeduldigsten jedoch war ich mit mir selbst oder den „Umständen“ (wenn z.B. eine Entscheidung viel länger auf sich warten ließ als ich erwartet hatte). – Wenn also „Alle“ Ungeduld als meine größte Schwäche sahen, musste wohl etwas Wahres dran sein, nicht wahr? Ich versuchte immer wieder, mein Temperament zu zügeln und ging oft mit „angezogener Handbremse“ durch das Leben.

Bei der Auseinandersetzung damit erkannte ich, dass ich gerade dank meiner Ungeduld schon sehr viel im Leben erreicht hatte. Denn, wie mir die Seminarleiterin bestätigte: „Mindestens 80% deiner Ungeduld sind Power, Neugier, Vorwärtsgehen, Veränderung, Euphorie, neue Ideen und Spaß. Höchstens 20% sind der Teil, der dich oder Andere nervt und dir das Leben manchmal schwer macht.“ Danke dafür!

Und schwupps – stand meine Ungeduld auf der „Stärken“ – Seite. Seitdem weiß ich: Ja, ich bin ungeduldig. In der Kombination mit anderen guten Eigenschaften ist die Ungeduld ein sehr wichtiges, kraftvolles und starkes Mitglied in meinem „inneren Team“.

Ein weiteres Beispiel:

Einer unserer Bekannten bekommt immer wieder zu hören, wie „gemütlich“ oder „lahmarschig“ er sei und dass ihn wohl gar nichts aus der Ruhe bringen könne. In seinem Beruf – er fliegt Hubschraubereinsätze als Notarzt – ist er damit jedoch goldrichtig und oft genug „der Fels in der Brandung“.

Mit meinem heutigen Coaching – Tipp lade ich Sie herzlich ein, einmal aufmerksam hinzusehen:

  • Kennen Sie solche Zuschreibungen auf Ihre Person, die schon „ewig“ Bestand haben?
  • Wie geht es Ihnen damit? Gut? Oder haben Sie sich eher damit abgefunden, weil das sowieso „Alle“ sagen?
  • Haben Sie eine Schwäche, die – je nach Situation und Blickwinkel – Ihre große oder gar größte Stärke ist?
  • Ist Ihre Schwäche wirklich zu 100% und „immer“ eine Schwäche? Oder hat sie auch einen richtig „guten Kern“?
  • Passt eine Zuschreibung, die aus Kinder- oder Jugendtagen stammt, auch heute noch auf Sie als erwachsene Frau / erwachsener Mann?

Ich wünsche Ihnen eine aufschlußreiche, spannende und schöne Woche, bis zum nächsten Coaching – Tipp. Gerne begleite ich Sie auf Ihrer Entdeckungsreise durch das Stärken- und Schwächenland. Rufen Sie mich einfach an oder mailen Sie mir. Bis dann!

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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