Der 17. Coaching – Tipp am Donnerstag: Aktion und (meine) Reaktion

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„Was mache ich denn,“ fragt mich Jemand, der täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, „wenn mich etwas im Zug oder Bus nervt. Soll ich dann etwas sagen oder nicht?“ Er nennt Beispiele wie dreckige Schuhe auf den gegenüberliegenden Polstersitz stellen, dröhnend laute Musik trotz Kopfhörer, herumschreiende Schulkinder etc. – Vielen Dank für diese Frage.

Sie ist Ausgangspunkt für meinen heutigen Coaching – Tipp, die Anwort darauf beginne ich mit einem „Es kommt darauf an …“.

In solch einer Situation, die auch ich sehr gut kenne, mache ich mir folgende Gedanken:

1. Ist die Situation für mich so anstrengend und nervig, weil ich einen schlechten Tag habe? Bin ich müde, angespannt, belastet, gestresst oder gar krank?

2. Bin ich ruhig genug, um etwas Passendes sagen zu können? Ist es mir im Prinzip egal, ob der Dreckspatz nach meiner Ansage seine Füße auf dem Polster lässt oder nicht, Jemand die Musik leiser dreht oder die Kinder aufhören mit Schreien?                                                 Dann kann ich eine Antwort auf das Geschehen durchaus empfehlen.

3. Bin ich hingegen genervt und sauer, und ein Satz von mir würde entsprechend pampig und möglicherweise aggressiv klingen, würde ich von einer Bemerkung eher abraten.       Ich sehe die Möglichkeit, dass der/die Angesprochene aggressiv re-agiert, aus Trotz dabei bleibt, einfach nicht hört oder Mitreisende Partei ergreifen („Nun lassen Sie ihn/sie doch.“).

4. Ich beherzige, nicht dem/der Anderen zu sagen, was er/sie zu tun hat („Nimm mal deine dreckigen Schuhe da runter.“), sondern per ICH zu sprechen, z.B.: „Ich würde mich freuen, wenn Sie ihre Strassenschuhe auf den Boden stellen.“ (Füße in Socken auf dem Polster finde ich persönlich in Ordnung.).

Das Gefühl ist schneller als der Verstand und verdrängt ihn möglicherweise ganz. Die obigen Gedanken bringen diesen wieder ins Spiel, helfen mir zu sortieren, klar zu entscheiden und gegebenenfalls angemessen zu reagieren.

Es gelingt mir nicht immer, doch immer öfter. Darüber freue ich mich. Vielleicht probieren auch Sie es bei nächster Gelegenheit aus. Erzählen Sie mir gerne im Kommentarfeld oder per Email von Ihren Erfahrungen.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme, probierfreudige Woche, bis zum nächsten Coaching – Tipp am Donnerstag.

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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