Anrede per Sie oder per Du?

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Immer wieder taucht die Frage auf, wie ich es mit der Anrede halte und wie ich zu der jeweiligen Form gekommen bin, die ich nutze.

Ob ich die Anrede „per Sie“ oder „per Du“ wähle, hängt von dem Rahmen ab, in dem ich mich bewege und dem Gegenüber, mit dem ich es zu tun habe. Ansonsten entscheide ich gerne selbst, mit wem ich per Du oder per Sie bin, auch auf Plattformen wie Facebook oder DaWanda, wo das Du üblich ist.

1. Firmen / Institutionen

Hier bin ich mit dem Auftraggeber und den Mitarbeiter/innen selbstverständlich per Sie. Da gibt es für mich nichts zu überlegen.

2. Coaching und Training

Kinder spreche ich im Coaching und Training natürlich immer per Du an. Bei Jugendlichen ab etwa 15 Jahren frage ich nach, ob ich noch Du sagen darf. Ob ich dem Kind bzw. Jugendlichen das Du anbiete, hängt von der jeweiligen Situation ab.

Bei manchen Kindern und Jugendlichen erübrigt sich die Frage, weil sie mich bereits aus einem anderen Zusammenhang kennen und bereits per Du ansprechen.

Mit Erwachsenen, die ich noch nicht kenne, bin ich grundsätzlich per Sie. Das ist für mich eine Frage der Höflichkeit. Manchmal ergibt sich das Du im Laufe der gemeinsamen Arbeit. Bisher war immer ich diejenige, die es dem/der Coachee angeboten hat. Zuvor habe ich mir genau überlegt, ob es passt und ob es den Coaching – Prozess eventuell negativ beeinflussen könnte.

3. Kurs / Workshop

In der Regel frage ich die Teilnehmer/innen eines Kurses, z.B. an der VHS Erlangen, oder eines Workshops, wie sie die Anrede handhaben wollen. Per Nachname und Sie, per Vorname und Sie, oder per Vorname und Du. Diese Form empfanden die Teilnehmer/innen bisher immer am angenehmsten.

Auf die Bitte einer älteren Dame hin habe ich vor Jahren das „Arbeits – Du“ eingeführt. Sie war einverstanden, während des Kurses mit den Anderen per Du zu sein. Doch sie bestand darauf, wieder per Sie angesprochen zu werden, wenn man sich nach dem Kurs, zum Beispiel beim Einkaufen, trifft. Ich finde, dies ist, wenn nötig, ein guter und tragfähiger Kompromiss.

In einer Gruppe, die sich bereits kennt und per Du ist, schließe ich mich dem Du gerne an, wenn es dazu passt.

4. Blog

Als ich den Blog im letzten August startete, machte ich mir viele Gedanken, auch und besonders zur Anrede meiner Leser/innen. Ich tendierte eher zum „Sie“, war mir jedoch nicht sicher. So gab ich HIER die Frage weiter an Sie, die Besucher/innen des Blogs.

Es kamen zwar wenige, doch sehr hilfreiche und konstruktive Antworten, vorallem per Email. Diese bestärkten mich darin, beim „Sie“ zu bleiben. Ich fühle mich damit sehr wohl. Vermutlich wirkt es auch seriöser und kompetenter als per Du. Zumal ich in meiner Arbeit anfangs ja auch per Sie bin.

Ich hoffe, ich habe mit dieser Sammlung die Frage nach der Anrede aufschlussreich beantwortet, und freue mich auf Ihren Kommentar oder auch weitere Fragen.

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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