Alles Coaching oder was?

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Die Bandbreite von Coaching – Angeboten (Vocal Coach, Fitness Coach, Executive Coach, Life Coach, Einrichtungs – Coach, Lerncoach, systemischer Coach u.v.m.), von Coaching – Ausbildungen und – Zertifizierungen ist inzwischen vielfältig, vielschichtig und nahzu unüberschaubar, der Inhalt verwässert meinem Eindruck nach immer mehr.

Dazu kommen Begriffe wie Beratung und Consulting, Mentoring, Supervision und Therapie, zu denen die Übergänge anscheinend immer fließender werden.

Stellvertretend für einige mehr und dazu passend zitiere ich drei Statements aus kürzlich geführten Gesprächen:

1. „Coaching machst du?“ antwortet eine Frau mittleren Alters auf meine Kurzvorstellung. Sie zieht eine Augenbraue hoch. „Ich weiß nicht, wie es in anderen Unternehmen ist, doch bei uns sind wir sowas von durch mit Coaching. Allein das Wort kann bei uns schon Keiner mehr hören.“ Als ich interessiert nachfrage, erzählt sie mir von unergiebigen, flachen, kaum wertschätzenden und wenig nachhaltigen Coachingprozessen in ihrer Firma. Keiner der drei externen Coaches hätte verstanden, „worum es bei uns geht.“

2. Eine Bekannte, Psychotherapeutin nach dem HPG, erklärt mir: „Ich arbeite mit Paaren in Krisensituationen. Doch ich nenne das nicht Therapie, sondern Paar – Coaching. Das schreckt nicht so ab, dann kommen die Leute eher.“

3. Auf meine Frage, wie ihre Erfahrungen mit Coaching im Unternehmen sind, erzählt mir eine Führungskraft: „Wir haben von der Zentrale ein strenges Konzept vorgegeben, an das ich mich bei regelmäßigen Gesprächen mit meinen Mitarbeiterinnen halten muss. Zeit, Inhalt, Ergebnis – alles vorgeschrieben. Da sind die Standards für alle gleich und dementsprechend coache ich meine Leute.“ –

Wikipedia schreibt in einem umfangreich recherchierten Artikel als Erklärung zu „Coaching“: „Der Begriff Coaching stammt vom englischen „to coach“ (betreuen, trainieren) und bezeichnet eine Vielzahl von Trainings- und Beratungskonzepten zur Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele und der dazu notwendigen Kompetenzen. Der Begriff Coach ist nicht geschützt. Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung oder wissenschaftlich fundierte Qualitätsstandards für diese Tätigkeit.“

Mein vorläufiges Fazit: Mein Angebot heißt Kiunke Coaching, Doch nach all dem, was ich in der letzten Zeit dazu gelesen und gehört habe, fühle ich mich damit nicht mehr so richtig wohl. Allerdings weiß ich (noch) keinen besseren Namen, der meinen Ansatz aus 30 Jahren Sozialpädagogik, Training, Beratung und unternehmerischem Denken treffender beschreibt.

Vielleicht sollte ich eine der Ideen aus meinem Umfeld aufgreifen: „Nur wo Kiunke draufsteht, ist auch Kiunke drin.“ oder „Nenn‘ es doch einfach Kiunking.“

Das ist durchaus eine Überlegung wert, finden Sie nicht auch?

Bild von Fotolia (bearb.): Nuage de Mots Coaching en Anglais © artellia #39234355

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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