20 Jahre Grundschule – unser letzter Tag

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Beim Schreiben der Überschrift wurde mir gerade – ich gebe es zu – etwas wehmütig um’s Herz. Mit Tochter4 verbrachte heute auch das jüngste unserer fünf Kinder den letzten Tag in der Grundschule. Hach …

Routine?

„Jetzt haben Sie ja schon Routine.“ hörte ich ab dem zweiten Kind immer wieder bei der Einschulung. Weit gefehlt. Ich verspürte keine Routine. Nicht ein Mal. Fünf Mal bastelten wir eine, nein: die einzigartige Schultüte für jedes unserer einzigartigen Kinder. Fünf Mal war ich bewegt und gerührt, als es sie dann an seinem ersten Schultag, stolz und voll froher Erwartung, im Arm hielt. Fünf Mal kam mir mein Kind plötzlich so groß vor, so reif, so weit weg von seiner Baby- und Kindergartenzeit, und ein bisschen auch von mir. Fünf Mal durchliefen „wir“ erfolgreich die erste bis vierte Klasse.

Ich erinnere mich an …

  • das lieb gewordene Ritual, schon weit vor Ostern den Schulranzen zu kaufen (der dann erst einmal wieder von mir versteckt wurde)
  • ambitionierte Lehrkräfte und engagierte Eltern in vielfältig bunter Ausprägung
  • weitgehend informative Elternabende auf viel zu kleinen Stühlen
  • fruchtbare Diskussionen, kleine Missverständnisse und große Klarheiten
  • turmhohe Stapel von Blättern und entsprechende Summen von Kopiergeld
  • gefühlt Tausende Abfragen, Tests, Proben, Referate, Gedichte und natürlich Noten
  • ausgelaufene Apfelschorle im prall gefüllten Schulranzen
  • Freudenstürme und Tränenbäche (auf allen Seiten)
  • Bauch-, Kopf-, Glieder- und sonstige Schmerzen (auch auf allen Seiten)
  • ausgesucht gesunde Frühstücke, spannende Ausflüge und lustige Lesenächte
  • tolle Freundschaften und auch mal Zoff und Zickerei
  • manch verpasste Chance und Vieles, Vieles mehr.

Alles in allem war es eine gelungene Mischung aus sehr, sehr viel gut Gemachtem, einigem nur gut Gemeintem und wenigem Braucht-kein-Mensch. Auf der Seite der Eltern, der Kinder und der Lehrkräfte, und bestimmt auch auf meiner.

3 tiefe und 2 eher flache Erkenntnisse

  1. In der Entwicklung (m)eines Kindes geht es um wesentlich mehr als nur um das Reinschaufeln und Ausk…spucken von Wissen.
  2. „Gute“ Noten sind wichtig, aber nicht überlebenswichtig, „schlechte“ Noten sind ein Hinweis, aber nicht lebensbedrohlich.
  3. W und ich sind mit der liebevollen Erziehung und Ermutigung unserer Kinder zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung auf dem absolut richtigen Weg.
  4. Trotz fünfmaliger Wiederholung kenne ich immer noch nicht alle einheimischen Hecken, Bäume, Sträucher und Blumen. (Mist!)
  5. Dafür beherrsche ich alle Schichten des Waldbodens, den Wasser- und den Stromkreislauf, und sogar das kleine 1 x 1 aus dem Effeff. (Na also, geht doch.)

In diesem Sinne blicken wir fröhlich und um Vieles reicher auf die 20 Grundschuljahre zurück, sagen allen Beteiligten ein großes „DANKE!“ und gehen mit zwei lachenden Augen in die verdienten Sommerferien.

P.S.: Sie ahnen bestimmt, dass uns einige Themen auch nach der Grundschule begleitet haben und noch einige Jahre begleiten werden.

Bild von Fotolia: #66378742 | © svetamart | Thumbs up

Über C. K.

Diplom-Sozialpädagogin (FH), Coach, Dozentin, Trainerin, Bloggerin, Ehefrau, Mutter von fünf Kindern, und seit 52 Jahren Aprilscherz ... Und Grübel - Karussell war gestern.
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